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... eine Gruppe Gleichgesinnter in Sachen Schreiben.
Sie träumen davon, ein Kinderbuch oder eine Autobiografie zu schreiben.
Sie wollen schreibend äußere und innere Landschaften erkunden.
Sie stocken in der Mitte einer Facharbeit oder einer Kurzgeschichte.
Sie müssen für Ihre Firma einen Homepagetext entwickeln.
Sie brauchen einen Flyer für Ihre Öffentlichkeitsarbeit.
Sie sollen für Ihre Abschlussarbeit ein Exposé schreiben.
Sie möchten Methoden gegen Schreibprobleme kennen lernen.
Sie brauchen Hilfe bei der Textkorrektur.
Sie möchten alle Gebrauchsmöglichkeiten des Wortes kennen lernen.
Sie glauben, dass es Zeit ist, mit dem Schreiben zu beginnen.

Kirsten Alers

Schreibpädagogin seit 1993
Diplompädagogin
Literacy Manager
Journalistin

Fachbuch zur Schreibgruppen­pädagogik

Kirsten Alers: Schreiben wir! Eine Schreibgruppenpädagogik
Erschienen im Schneider Verlag Hohengehren
2. korrigierte Auflage 2018, ISBN 978-3-8340-1874-8


Schreib-Blog

17. Februar 2020

Sei doch mal kreativ!

Üben ist auch eine Option

In letzter Zeit werde ich (wieder) verstärkt von SchreibwerkstattteilnehmerInnen mit dem Wunsch konfrontiert, spontan zu schreiben, textlich kreativer zu werden, leichter in Gang zu kommen, frei zu sein für alles und jedes – und stattdessen die Erfahrung zu machen, die hinter folgendem Bild steht: Denk nicht an einen rosa Elefanten! Nehmen sie sich vor, spontaner, kreativer, flüssiger und freier zu schreiben, desto verkrampfter, kopierender, blockierter und angeketteter scheinen sie zu werden oder sich zu fühlen.
Dann erfolgt die (meist jammerige) Diagnose: Irgendetwas im Leben muss sich erst ändern, damit … Ich war schon als Kind nicht kreativ, also … Die Schreiblehrerin müsste andere Impulse geben, dann … Die Schreiblehrerin lächelt. Und sagt: Üben ist auch eine Option.
Vielleicht waren wir mal als Säuglinge spontan. Vielleicht waren wir als Kindergartenkinder im Fluss. Vielleicht. Jetzt aber sind wir erwachsen. Wir haben die Schule hinter uns. Wir haben uns mit Regeln auseinandergesetzt, auch mit Schreibregeln. Wir haben Muster entwickelt, auch Schreibmuster, die uns helfen zu handeln. Wir können ja schreiben, auch auf Kommando sozusagen, alles Mögliche fließt uns locker aus der Hand: Einkaufszettel, Whatsapp-Nachrichten, Antworten auf Mails usw. Das ist gut so. Dass wir dabei Konventionen beachten, z. B. dass private Whatsapp-Nachrichten andere Wörter erlauben als berufliche Mails, das merken wir meistens gar nicht, wir haben die Muster gelernt, viele Jahre angewendetund dabei (unmerklich) geübt und schütteln sie nun einfach aus dem Handgelenk. Das ist gut so.
Genauso verhält es sich mit anderen Arten des Schreibens. Dem Bewusstseinsstrom zu folgen, haben wir nicht jahrelang geübt, erst recht nicht, den inneren Bildern sprachlichen Ausdruck zu verleihen. Wir sind nicht geübt darin, den Zensor beim Schreiben auszuschalten, also keiner Regel, keinem Muster zu folgen. Und dann merken wir beim Schreiben, dass es nicht klappt: spontan, kreativ, flüssig und frei zu schreiben. Und sind gefrustet, sprechen oben genannte Sätze oder lassen es sein, das Schreiben.
Dabei ist es einfach so, dass jede Art zu schreiben geübt sein will. Auch die spontane usw.
Wenn einmal etwas gelingt, wenn einmal spontan etwas aus der Feder geflossen ist, ist es hilfreich, sich klar zu machen, was dazu verholfen hat, um diese Hilfen beim nächsten Mal bewusst inszenieren zu können. Ein paar Techniken gibt es auch, die dazu verhelfen, erst einmal diese erste Erfahrung machen zu können. Da sind z. B. das Listenschreiben, das Schnellschreiben und das Blindschreiben zu nennen. Und dann gibt es keine Alternative zum Üben, zum täglichen Schreiben also. Wenn man es wirklich will.

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