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... eine Gruppe Gleichgesinnter in Sachen Schreiben.
Sie träumen davon, ein Kinderbuch oder eine Autobiografie zu schreiben.
Sie wollen schreibend äußere und innere Landschaften erkunden.
Sie stocken in der Mitte einer Facharbeit oder einer Kurzgeschichte.
Sie müssen für Ihre Firma einen Homepagetext entwickeln.
Sie brauchen einen Flyer für Ihre Öffentlichkeitsarbeit.
Sie sollen für Ihre Abschlussarbeit ein Exposé schreiben.
Sie möchten Methoden gegen Schreibprobleme kennen lernen.
Sie brauchen Hilfe bei der Textkorrektur.
Sie möchten alle Gebrauchsmöglichkeiten des Wortes kennen lernen.
Sie glauben, dass es Zeit ist, mit dem Schreiben zu beginnen.

Kirsten Alers

Schreibpädagogin seit 1993
Diplompädagogin
Literacy Manager
Journalistin

26+4

Eine Heft-Reihe zu Einzelaspekten des Kreativen Schreibens mit mannigfaltigen Verfahrensvorschlägen für Schreibgruppenleitungen und Schreibende


Schreib-Blog

6. April 2026

Freewriting als Haltung

Studentischer Gastbeitrag von Leonard Hunold

Vor drei Wochen (16. März) habe ich bereits einen Gastbeitrag gepostet – und diese Woche erscheint der zweite.
Freewriting gilt als DAS Verfahren, was empfohlen wird, insbesondere im Bereich der hochschulischen Schreibdidaktik, aber: Freewriting ist schwer – alles insbesondere in der Schule Gelernte muss dafür erst einmal vergessen oder besser gesagt: verlernt werden. Wie schwer und gleichzeitig lohnend Freewriting ist – das kann hier gar nicht oft genug beschrieben werden, deshalb veröffentliche ich sehr gern den Beitrag dazu von meinem Kasseler Studenten Leonard Hunold.

Freewriting wird oft als einfache Technik beschrieben: Man stellt einen Timer und schreibt ohne Unterbrechungen, Korrekturen oder Zensur. Es ist jedoch weniger eine Technik als eine Haltung zum Schreiben. Es bedeutet, die Kontrolle abzugeben, den inneren Zensor auszuschalten und dem Denken beim Entstehen zuzusehen.
In der Praxis ist das schwieriger, als es klingt. Schon nach wenigen Sätzen meldet sich meist eine innere Stimme, die fragt, ob das Geschriebene sinnvoll, interessant oder korrekt ist. Freewriting zwingt dazu, diese Stimme zunächst zu ignorieren. Das Schreiben wird dadurch roher, unmittelbarer und manchmal auch überraschender. Gedanken, die sonst im Kopf bleiben würden, erscheinen plötzlich auf der Seite.
Für mich liegt der Wert von Freewriting nicht darin, dass dabei sofort ,gute‘ Texte entstehen. Vielmehr verschiebt sich der Blick auf das Schreiben selbst. Man beginnt zu erkennen, wie viele Entscheidungen normalerweise gleichzeitig getroffen werden: Wortwahl, Struktur, Argumentation usw. Freewriting trennt diese Schritte. Zuerst kommt das Material, später die Form.
In diesem Sinne kann Freewriting als eine Art Vorstufe des bewussten Schreibens verstanden werden. Es schafft einen Raum, in dem Ideen auftauchen dürfen, ohne sofort bewertet zu werden. Gerade für reflektierende oder argumentierende Texte kann das hilfreich sein, weil sich Themen und Fragen oft erst im Schreiben klarer zeigen.

Wer mehr zum Freewriting erfahren will, zur Entstehungsgeschichte, zur Funktion und wie es zu üben bzw. zu erlernen ist, kann das hier nachlesen:
Alers, Kirsten (2022): f wie Freewriting, wie fließen, wie fantastisch (Kaufungen: Wortwechsel)

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