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... eine Gruppe Gleichgesinnter in Sachen Schreiben.
Sie träumen davon, ein Kinderbuch oder eine Autobiografie zu schreiben.
Sie wollen schreibend äußere und innere Landschaften erkunden.
Sie stocken in der Mitte einer Facharbeit oder einer Kurzgeschichte.
Sie müssen für Ihre Firma einen Homepagetext entwickeln.
Sie brauchen einen Flyer für Ihre Öffentlichkeitsarbeit.
Sie sollen für Ihre Abschlussarbeit ein Exposé schreiben.
Sie möchten Methoden gegen Schreibprobleme kennen lernen.
Sie brauchen Hilfe bei der Textkorrektur.
Sie möchten alle Gebrauchsmöglichkeiten des Wortes kennen lernen.
Sie glauben, dass es Zeit ist, mit dem Schreiben zu beginnen.

Kirsten Alers

Schreibpädagogin seit 1993
Diplompädagogin
Literacy Manager
Journalistin

Fachbuch zur Schreibgruppen­pädagogik

Kirsten Alers: Schreiben wir! Eine Schreibgruppenpädagogik
Erschienen im Schneider Verlag Hohengehren
2. korrigierte Auflage 2018, ISBN 978-3-8340-1874-8


Schreib-Blog

14. Oktober 2019

Tanz das Blau

Das Bauhaus schreiben 2

In den ersten Jahren war das Bauhaus noch nicht so sehr auf Architektur und Produktion ausgerichtet, das gesellschaftliche Experiment, die Entwicklung der einzelnen (KünstlerIn-)Persönlichkeit war zentral. Diese Idee wirkte sich auch auf den Fächerkanon aus, so gab es z. B. Gartenbau und auch Tanz.
1919 kam Gertrud Grunow mit fast 50 Jahren ans Bauhaus, das sie mit „ihrem ganzheitlich orientierten philosophischen Entwurf und den konkreten rhythmisch-musikalischen Übungen ihres Unterrichts“ (Müller 2016: 27) stark beeinflusste. Ihre Praktische Harmonisierungslehre „bestand in einer Wahrnehmungs- und Ausdruckssculung, die der Sensibilisierung, Wiedererweckung und Reintegration vernachlässigter Sinnesorgane und dem ,Heilwerden’ des Menschen dienen sollte“ (ebd.: 28). Gertrud Grunow, die die einzige Formmeisterin am Bauhaus war, soll ihre SchülerInnen zu außergewöhnlichem körperlichen Ausdruck ermutigt haben, u. a. durch solche Aufforderungen wie: „Und nun tanzen Sie die Farbe Blau!“ (ebd.: 32).
Diese Aufforderung möchte ich aufs Schreiben übertragen: Und nun schreiben Sie die Farbe Blau!
Konkrete Tipps: Wähl eine Farbe (Wachskreide, Buntstift oder gar Wasserfarbe) – es muss nicht Blau sein – und nimm ein großes Blatt (mindestens DIN A3). Kritzel das Blatt voll, ausufernd, deckend oder luftig – lass dich vom Moment ziehen. Wenn du meinst, dass es genug ist, hör auf. Und dann schreib.
Schreib die Farbe! Variante 1: Benutz die Bezeichnung für die gewählte Farbe (also Blau oder Orange etc.) so oft, wie es sich gut anfühlt. Variante 2: Schreib die Farbe, ohne die Bezeichnung auch nur einmal zu benutzen – am Ende sollte für eine Leserin deutlich sein, um welche Farbe es sich handelt.

Quelle: Müller, Ulrike (2016): Bauhaus-Frauen. Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design. 3. Auflage. München: Elisabeth Sandmann im Insel Verlag (LESENSWERT!)

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