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... eine Gruppe Gleichgesinnter in Sachen Schreiben.
Sie träumen davon, ein Kinderbuch oder eine Autobiografie zu schreiben.
Sie wollen schreibend äußere und innere Landschaften erkunden.
Sie stocken in der Mitte einer Facharbeit oder einer Kurzgeschichte.
Sie müssen für Ihre Firma einen Homepagetext entwickeln.
Sie brauchen einen Flyer für Ihre Öffentlichkeitsarbeit.
Sie sollen für Ihre Abschlussarbeit ein Exposé schreiben.
Sie möchten Methoden gegen Schreibprobleme kennen lernen.
Sie brauchen Hilfe bei der Textkorrektur.
Sie möchten alle Gebrauchsmöglichkeiten des Wortes kennen lernen.
Sie glauben, dass es Zeit ist, mit dem Schreiben zu beginnen.

Kirsten Alers

Schreibpädagogin seit 1993
Diplompädagogin
Literacy Manager
Journalistin

Fachbuch zur Schreibgruppen­pädagogik

Kirsten Alers: Schreiben wir! Eine Schreibgruppenpädagogik
Erschienen im Schneider Verlag Hohengehren
2. korrigierte Auflage 2018, ISBN 978-3-8340-1874-8


Schreib-Blog

13. September 2021

Wie sehr einem das Leben

erst gehört, nachdem man es erfunden hat

Neulich bekam ich ein Bücherpäckchen. Eine meiner langjährigen Schreibschülerinnen Marie-Luise E. hat ihre Regale gelüftet und mir zwei Anthologien mit Literaturvon Frauen geschickt. „Bei den beiden Büchern dachte ich, dass sie bei dir gut aufgehoben sein könnten …“, schrieb sie. Ja, dachte ich, denn ich habe eine umfangreiche kleine Bibliothek mit Literatur von Frauen … Hm, dachte ich, diese Bücher sehen aber alt aus … Dann kamen mir diese Kisten, die überall an den Straßen stehen und dann dem Regen überlassen bleiben, in den Sinn, und ich legte sie weg, erst mal auf den Stapel, der noch irgendwo einzusortierenden Bücher.
Und erst danach sprang mir der Titel des einen ins Auge: „Wie sehr einem das Leben erst gehört, nachdem man es erfunden hat“. Djuna Barnes ist die Autorin dieses Satzes, der zum Titel wurde. Ich war erfasst und traurig und und … Schrieb in der nächsten Schreibwerkstatt dazu, wie sehr mir das Leben erst gehört, seit ich … oder doch nicht …
Jetzt habe ich endlich das Buch auch aufgeschlagen und ertappte mich abermals bei dem Gedanken, dass da etwas vor mir liegt, das alt ist, das in eine andere Zeit gehört, das so heute nicht mehr erscheinen könnte, das nicht (mehr) passt. Vielleicht hat es auch 1997 (das Erscheinungsjahr, Bibilothek Suhrkamp) schon nicht (mehr) gepasst, nur damals hat das der Mainstream des Literaturgeschäfts, der exkludierend war und teilweise immer noch ist, nicht bemerkt – und ich hätte es womöglich auch nicht bemerkt. Versammelt diese Anthologie doch in erster Linie Literatur von weißen und (leider) toten Frauen wie Else Lasker-Schüler, Sylvia Plath oder Marie-Luise Kaschnitz. Die ich verehre, keine Frage. Aber … siehe oben.
Was aber dennoch bleibt: Vorgestern telefonierte ich mit meiner Freundin Ulrike M., einst eine meine Redaktionskolleginnen bei der Wuppertaler Frauenzeitung Meta M. (auch diese gehört in eine ganz andere Zeit), und wieder einmal waren wir uns einig, dass der Dualismus (man könnte auch sagen: der binäre Code), der die Welt regiert und in den Frauen und Männer automatisch einsortiert werden, nicht zuletzt verhindert, weiterhin und bis in die feinsten Verästelungen des Lebens verhindert, dass Frauen das, ihr Leben ,einfach‘ erfinden können.
So also werde ich diese so wunderbar betitelte Anthologie einsortieren und nicht in den Büchertauschschrank vor dem Bioladen stellen.

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