Sie suchen ...

... eine Gruppe Gleichgesinnter in Sachen Schreiben.
Sie träumen davon, ein Kinderbuch oder eine Autobiografie zu schreiben.
Sie wollen schreibend äußere und innere Landschaften erkunden.
Sie stocken in der Mitte einer Facharbeit oder einer Kurzgeschichte.
Sie müssen für Ihre Firma einen Homepagetext entwickeln.
Sie brauchen einen Flyer für Ihre Öffentlichkeitsarbeit.
Sie sollen für Ihre Abschlussarbeit ein Exposé schreiben.
Sie möchten Methoden gegen Schreibprobleme kennen lernen.
Sie brauchen Hilfe bei der Textkorrektur.
Sie möchten alle Gebrauchsmöglichkeiten des Wortes kennen lernen.
Sie glauben, dass es Zeit ist, mit dem Schreiben zu beginnen.

Kirsten Alers

Schreibpädagogin seit 1993
Diplompädagogin
Literacy Manager
Journalistin

26+4

Eine Heft-Reihe zu Einzelaspekten des Kreativen Schreibens mit mannigfaltigen Verfahrensvorschlägen für Schreibgruppenleitungen und Schreibende


  Schreib-Blog

12. Oktober 2026

Eine gute WahlEine gute Wahl

Groß sind DIE LÜCKEN in Gedächtnis und Vorstellungsvermögen

Ob es der beste, der wichtigste oder der verkäuflichste ist – alle Jahre wieder wird nach der Verleihung des Deutschen Buchpreises diese Frage gestellt. Ich habe den am letzten Montag am Vorabend der Frankfurter Buchmesse mit dem Preis geehrten Roman Die Lücken von Shida Bazyar (2026, Kiepenheuer & Witsch) noch nicht gelesen. Und äußere mich hier trotzdem.
Die Wahl der Jury ist eine gute Wahl. Es ist gut, wenn ein Roman bepreist wird, in dem eine Schriftstellerin, Tochter iranischer Geflüchteter, die Geschichte eines Dorfs im Hunsrück erzählt, vom Erstarken des NS-Regimes in der Weimarer Republik, vom Nachkriegsverschweigen im Wirtschaftswunder, von Migration und Asylgesetzverschärfung, von Erinnerungslosigkeit und neuem Rassismus und Hass der Gegenwart erzählt (vgl. David Hugendick in DIE ZEIT, 8. 10. 2026). Gefeiert wird der Roman als neuer Heimatroman – und auch diese Bezeichnung ist zu begrüßen, denn was für welchen Menschen in Deutschland Heimat ist, darauf gibt es wohl zigtausende Antworten, und die Auseinandersetzung damit bleibt nicht nur keinem in der Moderne erspart, sondern sie ist auch unabdingbar, um eine Gesellschaft sich vorzustellen, zu entwerfen und zu leben, in der nicht nur die Menschen sich beheimatet fühlen, die weiß, heterosexuell und auch ansonsten privilegiert sind (vgl. HNA, 6., 8., 10. 10. 2026).
Der Roman und seine Verfasserin werden vom Börsenverein des deutschen Buchhandels zur rechten Zeit ausgezeichnet, ist es doch ein Roman, der gegen die Gleichgültigkeit spricht, der aufruft zum Erinnern und Hinsehen – in einer Zeit, da es legitim zu sein scheint, rechtsextremistische Positionen und Personen zu wählen, Stolpersteinverlegungen zu stoppen, Hass gegen marginalisierte Gruppen offen zu äußern …
Und ich werde den Roman jetzt auch lesen, vielleicht auch, um aus der Dorfautofiktion zu erfahren, ob ich in meinem Dorf etwas übersehe, das nicht übersehen werden darf.

Alle Blog-Beiträge