Kirsten Alers
Schreibpädagogin seit 1993
Diplompädagogin
Literacy Manager
Journalistin

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... eine Gruppe Gleichgesinnter in Sachen Schreiben.
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Sie müssen für Ihre Firma einen Homepagetext entwickeln.
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Sie brauchen Hilfe bei der Textkorrektur.
Sie glauben, dass es Zeit ist, mit dem Schreiben zu beginnen.

Neuerscheinung

Schreiben wir! Eine Schreibgruppenpädagogik
Erschienen im Schneider Verlag, Hohengehren, im September 2016

Schreib-Blog  

19. Februar 2018
#MeToo
Eine notwendige Debatte

#MeToo ist in aller Munde – iih, ein bisschen eklig, diese Vorstellung. Okay, noch mal: Zu #MeToo äußern sich alle. Und wie bei der Gomringer-Gedicht-Sache verwechseln viele das Eigene, das Private, das selbst Erfahrene und auch Visionen mit dem, was gesellschaftlich notwendig an dieser Debatte ist. Es ist schön, dass viele Frauen noch nie genötigt wurden, es ist schön, dass viele Frauen noch nie sexuell missbraucht wurden – aber diese Tatsache erübrigt nicht eine Debatte über gesellschaftliche Machtverhältnisse, die es ermöglichen, dass so etwas geschieht und nicht geahndet wird! Oder wie Heike Makatsch es in einem Interview zur Debatte sagte: „[...] es geht um Machtmissbrauch. Und darum, die Augen darauf zu richten, dass Frauen gleichberechtigt sein müssen, gleich wichtig, gleich bezahlt, gleich angesehen. Dass ökonomische Strukturen verändert werden müssen, in denen mit abhängigen Menschen unmenschlich umgegangen werden kann. [...]“ (Süddeutsche Zeitung 15. 2. 2018, S. 8).
Zur #MeToo-Debatte empfehle ich den Blog-Beitrag meiner Kollegin Hanne Landeck zu lesen, in dem es um Machtverhältnisse im öffentlich-rechtlichen Rundfunk geht und wie patriarchalisch sie sind: #MeToo – Aus dem Nähkästchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks/ (abrufbar hier).
Nicht empfehle ich, die Kolumnen des Harald Martenstein im ZEIT-MAGAZIN zu lesen (einfach zu oft sind sie undifferenziert und verschleiern das hinter der Satire stehende Interesse). Er versäumt wie die meisten vom Stammtisch bis in die Vorstandsetagen, zwischen individuellen Verhältnissen sowie institutionellen und gesellschaftlichen (Macht-)Strukturen zu unterschieden. Wenn er dem Schauspieler Matt Damon Mut attestiert, etwas Unbequemes zu sagen, das in der #MeToo-Debatte nicht PC erscheint, ihn bedauert und verteidigt – und was wird da mutig genannt? Damon soll gesagt haben, dass es ein Unterschied sei, ob man „jemandem einen Klaps auf den Hintern gibt oder eine Vergewaltigung begeht“ (ZEIT-MAGAZIN Nr. 7, 8. 2. 2018, S. 16). Äh, ja klar, aber ... Erstens kann ich an dieser Äußerung nichts mutig finden. Zweitens ist das Klima, in dem jemand (welches Geschlecht dieser Jemand wohl hat und in welcher Machtposition dieser Jemand wohl zu dem anderen Jemand steht?!) einem anderen Jemand (dito) einen Klaps auf den Hintern geben kann, ohne dass die Berechtigung infrage gestellt wird, genau das Klima, in dem die Grenzen hin zu massiveren Übergriffen (denn das ist ein Klaps auf den Hintern auch, außer er wurde vorher unter gleichwertigen PartnerInnen vereinbart) sich legitimiert verschieben. Herr Martenstein hat an dieser Stelle nicht weit oder tief genug gedacht und fördert so leider das eben beschriebene Klima – auch wenn er wahrscheinlich etwas Anderes bezweckt hat.
Was ich sagen will: Es geht nicht um ein Denk- oder Sprechverbot, nicht um Zweifel an Auswüchsen von Debatten, sondern darum, dass es gut ist, wenn ein Matt Damon für diese seine Äußerung nicht nur gestreichelt wird – denn sie IST UNSÄGLICH!


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